Osteopathie / Fasziologie


Wenn Sie mehr über die Osteopathischen Techniken wissen möchten,

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Manuelle Medizin

© Dr. Hartwig Liedtke   


Was behandelt die Manuelle Therapie?

Bei der Untersuchung Ihrer Wirbelsäule fanden sich sogenannte Funktionsstörungen der Wirbelgelenke, auch als "Blockierung" und im Volksmund als "ausgerenkte Wirbel" bezeichnet. Es handelt sich hierbei nicht um ein tatsächliches "Ausrenken" der Wirbel, sondern vielmehr um eine Störung der Wirbelgelenke und der sie umgebenen Muskulatur im Sinne einer Fehlsteuerung. Was genau diese Blockierung ist, konnte bis heute nicht endgültig geklärt werden. Erklärungsmodelle und Spekulationen hierüber gibt es jedoch zur Genüge. Unbestritten aber ist, dass solche Wirbelgelenks­blockierungen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und verschiedene Begleitsymptome, wie zum Beispiel "Kribbelgefühl" der Extremitäten, diffuse Schmerzausstrahlung in Arme und Beine, im Halswirbelsäulenbereich außerdem Fremdkörper-, Kloß- und Engegefühl, Seh- und Hörstörungen, gelegentlich auch diffusen Schwindel und Ohrgeräusche verursachen können. Unbestritten ist auch, dass durch den Einsatz der Chirotherapie diese Symptome sowie die Schmerzen behoben werden können. Diese "Blockierungen" lassen sich nur durch eine spezielle manualtherapeutische Untersuchung mit den Händen bzw. Fingern des geübten und hierfür speziell ausgebildeten Arztes ertasten (manualtherapeutische oder chirotherapeutische Untersuchung). Das für die spätere Therapie oft erforderliche Röntgenbild kann hierbei völlig unauffällig sein. Blockierungen sind auf dem Röntgenbild nicht darstellbar. 


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Glasmalerei von

Johannes

Röttgen-Burtscheidt

Köln 

  




Was ist die Manuelle Therapie?

Die Therapie, mit der man solche "Blockierungen" gestörter Wirbelgelenke beheben kann, nennt sich manuelle Therapie, und wird oft auch als Chirotherapie oder Chiropraktik, im Volksmund auch kurz als "Einrenken" bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine jahrtausend alte Behandlungsform, welche in den letzten Jahrzehnten zunehmend verfeinert wurde. Man unterscheidet hierbei

Weichteiltechniken (z.B. Dehnen von Muskel- und Bandstrukturen) und

Mobilisationstechniken (Grifftechniken mit wiederholten langsamen weich rhythmisch federnden Bewegungen zur Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken - auch von Wirbelgelenken) von

Manipulationen (gezielter, schneller Bewegungsimpuls mit kleiner Kraft, geringem Bewegungsausmaß und geringem Kraftaufwand zur Behebung oben beschriebener Blockierungen der Wirbelsäule, der Rippengelenke sowie mancher Extremitätengelenke). 

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Was ist vor und während

der Manuellen Therapie zu beachten?

Der Therapie geht immer eine genaue Untersuchung und Befragung des Patienten voraus. Es wird geklärt, ob eine chirotherapeutische Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll erscheint und welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B. Muskel entspannende bzw. Muskelschmerz stillende Medikamente, lokale Injektionsbehandlungen o.ä. bestehen. Hierbei ist insbesondere wichtig, ob in dem zu behandelnden Gebiet bereits eine Operation durchgeführt wurde, ob ein Tumorleiden (auch an anderer Stelle) besteht und ob eine Osteoporose oder eine entzündlich rheumatische Gelenkerkrankung (pCP) vorliegt. Dies gilt es vor der Behandlung dem Arzt anzuzeigen. Die Therapie findet immer in einer Zusammenarbeit zwischen Arzt und dem Patienten statt. Der Patient muss seinerseits darauf achten, ob er bequem und entspannt gelagert ist und ob die vor der Manipulation stattfindende "Probemobilisation" in die zu behandelnde Bewegungsrichtung schmerzfrei ist. Ist die Lagerung unbequem oder treten Schmerzen oder andere Symptome auf, ist dies unverzüglich zu melden.Im Anschluss an die Behandlung sollten Sie/Ihr Kind noch ca. 15 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis verbleiben.
 

Welche Risiken hat die Manuelle Therapie?

Durch den Gesetzgeber sind wir gehalten, Sie über zwar sehr seltene, aber evtl. mögliche Komplikationen aufzuklären. Vorübergehende (höchstens 1-2 Tage andauernde) muskelkaterähnliche Beschwerden im Sinne einer "Erstverschlimmerung" treten gelegentlich auf und sind als harmlos und als vorübergehende Reaktion des Körpers auf den "Heilreiz" zu bewerten. 0Bei der Behandlung an der Wirbelsäule treten extrem selten schwerwiegende Komplikationen auf. So kann es zum Beispiel bei bis dahin nicht erkannten, vorgeschädigten oder klinisch stummen Bandscheibenvorfällen bzw. raumfordernden degenerativen Veränderungen zu einer Aktivierung und somit zum Entstehen von Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Bereich der Arme und Beine, als Ausdruck einer Nervenschädigung, kommen. Da hierbei oft Vorschädigungen bestehen, kann eine solche Komplikation als "Gelegenheitsursache" betrachtet werden, d.h. dieses Ereignis hätte ebenso durch einen anderen "banalen Auslöser", wie z. B. Husten oder ungeschicktes Bücken, ausgelöst werden können.Noch seltener ( ca. 1 : 400.000 bis 1 : 2 Millionen) sind das Auftreten von Schädigungen der Gefäße, die das Gehirn versorgen. Dies entsteht meist auf dem Boden eines Vorschadens der Gefäßwände und wird häufig durch banale Alltagsbewegungen (z.B. Wäsche aufhängen) ausgelöst (spontane Dissektionen). Hierbei kann es dann zur Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) kommen, die sich später ablösen und Blutgefäße im Gehirn verstopfen können (Embolie). Die Folge mögen schwere Schädigungen des Hirnstammes sein. Bei sachgerecht durchgeführter Chirotherapie ist jedoch das Auslösen einer solchen Gefäßverletzung eher nicht möglich. Wenn im Zusammenhang mit der Chirotherapie solche Gefäßereignisse beobachtet werden, stehen sie eher im zeitlichen Zusammenhang, jedoch wohl nicht im ursächlichen Zusammenhang mit der Chirotherapie. Das bedeutet, dass der Patient bereits mit der Gefäßschädigung zum Chirotherapeuten kommt. Aus diesem Grund ist es wichtig dem Arzt bereits bestehende neurologische Ausfallserscheinungen wie Schluckstörungen, Doppelbilder sehen, Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen, pulsierende Ohrgeräusche etc. anzugeben, um im Vorfeld eine solche Erkrankung möglichst auszuschließen. Auch ein schlagartiger Beginn oder Kopfschmerzsymptomatik ist verdächtig ("wie ein Schlag in den Nacken").Sollten sich bei Ihnen/Ihrem Kind nach einer manualmedizinischen Behandlung irgendwelche Beschwerden einstellen, die über eine leichte "Erstverschlimmerung" (s. o.) hinausgehen, so benachrichtigen Sie umgehend Ihren behandelnden Arzt oder melden sich bei einem Kollegen. 

Gerne ist Ihr behandelnder Arzt bereit, noch offene Fragen mit Ihnen zu besprechen.