Analfistel, Analabszess (Perianalabszess)


Eine Anal-Fistel ist im Allgemeinen eine Art kleiner Röhre oder Kanal, welche zwischen dem inneren Analkanal und der äußeren Haut entstanden ist. Meist wird die Analfistel durch einen Analabszess verursacht.  Dieser Abszess entsteht im Bereich von Drüsen die zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel  liegen. Wenn ein solcher Abszess platzt oder chirurgisch geöffnet wird, läuft zwar der Eiter ab, es bildet sich aber häufig (in ca 50% der Fälle)  eine Analfistel, die dann offen bleibt, auch wenn der Abszess bereits wieder verheilt ist.

Patienten, die an einer chronischen Darmentzündung leiden, oder Personen, die eine das Immunsystem schwächende Krankheit (AIDS , Krebs) haben, sind einem erhöhtem Risiko ausgesetzt.

Symptome:
In der Regel bemerkt der Patient bei einem Analabszess anhaltende Schmerzen, Schwellung und Berührungsempfindlichkeit. Zu den weiteren Symptomen gehören Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Schwäche.

Ein Analabszess ist immer ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden!


Bei Analfisteln kommt es zum Auslaufen von Eiter, wodurch es zu Reizungen der Haut um den After kommt mit Juckreiz.
Eine Analfistel heilt nicht von selbst. Antibiotika zeigen nur in Einzelfällen Wirkung. In der Regel ist die Therapie chirurgisch.



Fistel-Therapieverfahren

  • Fistelspaltung:
    Dabei wird der Fistelgang mit einem Schnitt eröffnet. Auf diese Weise wird der Fistelkanal mit dem Analkanal verbunden. Dies ist aber nur möglich, wenn dadurch die beiden Schließmuskeln nicht so stark geschädigt werden, dass eine Stuhlhalteschwäche die Folge wäre.

  • Fadendrainage:
    Bei diesem Verfahren wird ein Faden durch den Fistelkanal geführt und zu einer Schleife gebunden um so bei  tiefen Fisteln zu verhindern, dass durch Verschluss der Haut immer wieder neue Analabszesse entstehen. Dies ist nur eine temporäre Maßnahme bis zur definitiven Versorgung.

  • Fibrinkleber:
    In einigen Fällen kann eine Analfistel durch das Einspritzen von Fibrinkleber verschlossen werden. Mit Hilfe einer Doppelspritze die Fibrinogen und Thrombin enthält, bildet der Fibrinkleber einen Gerinnungspfropfen, der durch Narbengewebe ersetzt wird und die Fistel von innen heraus verschließt.

  • Schleimhautverschiebelappen
    Hiebei wird von innen die Fistelöffnung  verschlossen. Da eine einfache Übernähung  nicht erfolgreich ist, wird eine Lappen der aus einem Teil der Rektumwand besteht über die innere Öffnung gezogen und mit Stichen fixiert. Da die innere Öffnung verschlossen ist, kann der Rest der Fistel abheilen. Diese Operation ist komplizierter und invasiver als die anderen Eingriffe.

  • Analfistelplug

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Hierbei wird ein konisch geformter Plug (=Stopfen) durch den Fistelgang gezogen und an der Rektumwand vernäht. Dadurch wird die Fistel verschlossen.  Da es sich dabei um ein Biomaterial handelt wird dies allmählich durch Körpereigenes Bindegewebe ersetzt (Gewebemodellierung).

  

  

 

 

  
intraoperativer Befund nach Einbringen eines Anafistelplugs

  

  

Unser therapeutisches Vorgehen:

In unserer Praxis werden alle operativen Verfahren angeboten. Wir bevorzugen jedoch die den Verschluss von „innen heraus“  mit Fibrinkleber oder Analfistelplug, da die anderen Verfahren eine hohen Rate an Stuhlhalteschwächen aufweisen.